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Die Truhe – Praktisch und gemütlich

Truhen erschaffen auf eine fast mystische Weise eine Verbindung zwischen Abenteuerlust und Gemütlichkeit: Zum einen gehört in den Assoziationsrahmen der Truhe natürlich alles, was sich um den Begriff „Schatztruhe“ dreht. Sofort wird dabei dann an Piratenabenteuer und Schatzsuchen gedacht. Zum anderen steht eine Truhe aber auch für etwas Solides, Fest stehendes und Sicheres. Truhen waren schon vor hunderten Jahren Vorgänger von Tresoren und verliehen jedem Hausbesitzer eine Sicherheit in schweren Zeiten, da dieser wusste, dass er so lange noch eine Rücklage hatte, wie die Truhe seinen Besitz aufbewahrte, der ihm am wichtigsten war.

Sitztruhe aus Rattan

Sitztruhe aus Rattan

Es wäre natürlich sehr kritisch, zu versuchen, Truhen zu romantisieren und ihnen dadurch die Möglichkeit zuzuschreiben, dass man auch heute noch etwas von dem Mythos Truhe gewinnen könne, wenn man eine besitzen würde. Gerade muss auf der anderen Seite beachtet werden, dass eine Truhe, so schön sie auch gewesen sein mag und so wertvoll ihr Inhalt auch sein konnte, in letzter Instanz deswegen existierte, weil die Besitzer sie aus Angst angeschafft hatten. Beispielsweise aus Angst vor Verlust oder Raub von Besitz, wenn dieser nicht weggeschlossen wurde.

Zum Glück können wir wertvolle Gegenstände heutzutage sicher auf der Bank lagern (vorausgesetzt wir Vertrauen den dortigen Akteuren) und müssen keine Sorge mehr vor Verlust haben. Daher fungiert eine Truhe heute besonders zum Einlagern und Verstauen von Dingen, die gleichzeitig nicht direkt  ins Auge springen sollen. Da es faktisch keine Haushalte gibt, die nicht auf die ein oder andere Art und Weise Schwierigkeiten haben, alle Gegenstände gut ablegen zu können, können Truhen in jeder Hinsicht vorteilhaft sein. Das liegt daran, dass viele Truhen neben der Lagerfunktion noch zu etwas anderem dienen können: Sie können Stühle oder Bänke ersetzen!

Die Möbelindustrie hat sich die Probleme des Lagerraums zu eigen gemacht, indem sie sich fragte: Wie soll zusätzlicher Stauraum geschaffen werden, wenn partout kein Platz mehr für zusätzlichen Stauraum existiert?
Die Lösung  liegt darin, dass Möbel umfunktioniert wurden und hierbei ein besonderes Auge auf Sitzmöbel fiel. Man bemerkte, dass die überwältigende Mehrheit aller Sitzflächen im Grunde über einen Freiraum zwischen der Sitzfläche und dem Fußboden verfügte. Dies ist besonders einfach zu unterstreichen, wenn man an einen konventionellen Stuhl mit vier Beinen denkt: Der Würfel zwischen den Beinen und der Sitzfläche und dem Boden besteht aus Luft. Diese Luft sollte durch Truhen ersetzt werden.

Die Sitztruhe sind dementsprechend stabil gebaut, dass bis zu zwei erwachsene Personen auf ihnen Platz nehmen können. Diese sind dann meistens einen guten Meter lang und 40 – 50 cm hoch und breit. Oftmals können die Deckel simpel nach oben geklappt werden, um den Stauraum zu nutzen. Andere Truhen können ihre Öffnung aber auch auf eine Seite verlagert haben, damit man sie öffnen kann, ohne dabei aufstehen zu müssen. Andere haben gar Schubladen eingebaut, die einfach nur nach vorne heraus gezogen werden müssen. Das ist insofern besonders praktisch, wenn die Sitzfläche der Truhe gleichzeitig auch als andere Abstellfläche von Gegenständen dient, oder wenn noch Sitzkissen lose auf ihr liegen sollen. Diese müssen dann nicht erst entfernt werden, bevor der Deckel gelüftet werden kann.

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22. Dezember 2009 | Von Jens Wertheimer | Kategorie: Möbel


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